Es handelte sich in der Tat um ein Treffen von alten Freunden. Ein Treffen von vier deutschen Jazzmusikern. Vielleicht den besten, die Deutschland je hervorgebracht hat. Klaus Doldinger, Manfred Schoof, Wolfgang Dauner, Wolfgang Schmid. Alles Namen, an denen kein Jazz-Freund vorbeikommt. Jeder war in seinem Genre eine stilbildende Größe, hat als Bandleiter mit eigener Band unzählige brillante Alben produziert oder als Botschafter des deutschen Jazz Tausende von Konzerte im In- und Ausland gegeben. Als taktsichere Unterstützung, war Obi Jenne am Schlagzeug mit dabei. Klaus Doldinger, Jahrgang `36, vielleicht der erfolgreichste deutsche Jazzmusiker und Saxophonist, gründete nach zahlreichen Gruppen, 1971 die Jazzrockformation Passport, die noch heute besteht. Für die Kassenschlager „Die Unendliche Geschichte“, „Das Boot“ u.a., schrieb er die Filmmusik. Manfred Schoof , auch Jahrgang `36, schuf mit dem Album „Scales“ das Schlüsselwerk des Freejazz in Deutschland und gilt als großer Romantiker unter den deutschen Jazztrompetern. Sein Wahlspruch: „ Jazz ist die einzige Musik, die alles absorbieren kann, was auf der Welt an klanglichen Ereignissen stattfindet.“ Wolfgang Dauner, Jahrgang `35, war mit seiner Gruppe Et Cetera ein Pionier des elektronischen Avantgarde-Jazz. Auch spielte er mit langjährigen Partnern, wie Eberhard Weber und Albert Mangelsdorff und war bei nahezu allen wichtigen Festivals zu Gast. Wolfgang Schmid, Jahrgang `48, der seinen renommierten Namen und seine Talente als Bassist, Produzent, Komponist und Musical Director auf bisher rund 400 Alben verewigt hat, zeigt an diesem Abend seine Virtuosität am Bass. Er spielt ebenso bei Doldingers Gruppe Passport. Obi Jenne, der schon bei vielen großen Jazzmusikern den Schlagrhythmus angegeben hat, oder Klavier spielte, zeigte bei diesem Konzert, dass er, als Yougster, durchaus mit den „Old Friends“ mithalten kann.