Gerechtigkeitsfonds

Gegen Ungerechtigkeit und Benachteiligung

Im Jahre 1994 hat der Kirchenkreistag diesen Fonds gegründet als Beitrag des Kirchenkreises zum Konziliaren Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung.

Dieser Fonds hat es sich zur Aufgabe gesetzt, dem biblischen Grundgedanken von Verzichten und Teilen Geltung im Kirchenkreis und in seinen Gemeinden zu verschaffen. So wird dieser Fonds gespeist durch Zinsüberschüsse aus dem Haushaltswesen des Kirchenkreises und der Kirchengemeinden - mit Geldern, die nicht erarbeitet werden, sondern einem „zuwachsen“ - sowie durch Spenden und Kollekten von Kirchengemeinden und Einzelpersonen.

Die Mittel werden verwendet, um hier und anderswo Menschen zu unterstützen, die im weitesten Sinne unter Ungerechtigkeit und Benachteiligung zu leiden haben.

Beispiele sind etwa die Unterstützung von ehemals in unserem Landkreis eingesetzten Zwangsarbeitern aus dem Osten, die Hilfe für Opfer von Natur- katastrophen, die Beihilfe zu einem Projekt mit Straßenkindern in Brasilien oder die mehrfache Unterstützung von Kriegsopfern im ehemaligen Jugoslawien.

Eine besondere Bedeutung haben Hilfen für spezielle Projekte in unserem Partnerkir- chenkreis Shiyane in Südafrika. Aber auch Notsituationen von Menschen im direkten Umfeld – im Kirchenkreis Verden – konnten durch den Fonds berücksichtigt werden. Bis Ende 2005 konnte in 81 Fällen mit insgesamt rund 135.000 Euro Hilfe geleistet werden.

Anträge auf Bezuschussung entsprechender Projekte können von allen Antragstellern durch die jeweiligen Kirchenvorstände an das Kuratorium gestellt werden. Dieses Kuratorium besteht aus dem Superintendenten des Kirchenkreises, dem Vor- sitzenden des Kirchenkreistages, dem Leiter des Kirchenkreisamtes sowie vier vom Kirchenkreistag aus dessen Kreis gewählten Mitgliedern.

Die Arbeit des Kuratoriums hat sich stets an dem Jesus-Wort zu messen, das schon bei der Gründung des Gerechtigkeitsfonds im Kirchenkreis Verden entscheidender Leitsatz war: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan“ (Matth. 25,40).

Hilfe für Kriegsopfer in Bosnien Herzegowina: Medikamente werden verladen

Hilfe für Kriegsopfer in Bosnien Herzegowina: Medikamente werden verladen

"Über 100.000 Euro für Bedürftige"

Verdener Nachrichten vom 24. Juni 2002:

»Wir haben eine Schallmauer durchstoßen«, bewertete Wilhelm Bechtler, Pastor der Nikolaigemeinde und Vorsitzender des Kuratoriums des Gerechtigkeitsfonds, das Überschreiten der 100.000 Euro-Marke.

Um genau zu sein, summieren sich die Ausschüttungen, die Hilfsbedürftigen in Verden und aller Welt in den vergangenen sieben Jahren zugeflossen sind, auf 102.542 Euro.

Drei, vier Mal im Jahr treffen sich die sieben Kuratoriumsmitglieder und stimmen über neue Anträge ab. Die Palette der bereits erfolgten Zuschüsse ist breit gefächert.

Sie reicht von Einzelfällen – Anfang dieses Jahres wurden etwa Behandlungskosten für einen Polizisten im afrikanischen Partnerkreis Shiyane übernommen – bis zur Unterstützung von Hilfsprojekten wie der Aktion "Mirjam", als im Jahre 2000 der Babyklappenboom ausbrach. Immer wieder flattern dem Kuratorium Anträge aus Partnerstädten auf den Tisch. Die Unterstützung ehemaliger Zwangsarbeiter aus dem Osten, die heute noch auf ihre Entschädigung warten, zieht sich wie ein roter Faden durch die Liste bewilligter Anträge.

Die Liste der Ausschüttungen sei ein »Spiegel der Nöte«, meint Superintendent Dieter Rathing. Seit 2001 gebe es vermehrt Hilferufe von und für Menschen, »die durch das soziale Netz fallen«. Und nach der Änderung des Asylrechts häuften sich auch die Anfragen in diesem Bereich. Gemessen an der Not, so Rathing weiter, seien es vergleichsweise kleine Geldsummen, die bewilligt werden können. Doch der Dank der Empfänger komme zurück: »Die Notleidenden sehen, dass jemand an sie denkt.«

Allerdings werden nicht alle Anträge bewilligt. Es gibt strenge Richtlinien. Ist dem Gremium ein Hilferuf zu nebulös oder fällt er aus dem »Zuständigskeitsbereich« des Fonds – hat also nichts mit Gerechtigkeit oder Bewahrung der Schöpfung zu tun -, so hakt das Kuratorium erst einmal nach, um genauere Angaben zu erhalten. Erst dann wird ein Antrag gegebenenfalls abgewiesen.

Ist das Kuratorium der Meinung, »hier gehört Engagement hin«, leitet es auch selbst Zahlungen in die Wege, so Bechtler. Dank des vorhandenen Kapitals könne man schnell reagieren.

Wenn Sie den Gerechtigkeitsfonds unterstützen möchten:

Kirchenkreis Verden

Kreissparkasse Verden

Konto 100 32 563

BLZ 291 526 70

Stichwort "Gerechtigkeitsfonds"

Nehmen Sie Kontakt zu uns auf...

Vorsitzende

Pastorin Marina Kortjohann

Magdeburger Straße 34A

28832 Achim

Telefon 04202 / 81884

Telefax 04202 / 882246

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